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Bewahren - Erforschen - Vermitteln
45 Jahre Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Seit 45 Jahren hat es sich das DÖW zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Widerstandes und der Verfolgung in der NS-Zeit zu erforschen, zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben. Anlässlich des heurigen Jubiläums lädt das DÖW am Mittwoch, den 10. Dezember 2008 zu einem Symposium in das Alte Rathaus. Zum gleichen Anlass erscheint eine neue Publikation: Bewahren - Erforschen - Vermitteln. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, in der die Forschungsschwerpunkte des DÖW dargestellt und darüber hinaus Erfolge, aber auch bei den Arbeiten auftauchende Probleme (nicht zuletzt die finanzielle Absicherung) thematisiert werden, wie die wissenschaftliche Leiterin des DÖW Brigitte Bailer im anschließend abgedruckten Vorwort ausführt. |
Mitteilungen 189
Bewahren - Erforschen - Vermitteln |
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Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes leistete in den 45 Jahren seines Bestehens in verschiedenen Themenbereichen wertvolle Beiträge zur zeitgeschichtlichen Forschung Österreichs, in manchen uns heute selbstverständlichen Forschungsfeldern erschienen aus dem DÖW heraus tatsächliche Pionierarbeiten. Zu erwähnen sind hier beispielsweise die Arbeit von Jonny Moser zur Judenverfolgung in Österreich aus dem Jahr 1966 oder die Veröffentlichung von Selma Steinmetz zu "Österreichs Zigeuner im NS-Staat" aus demselben Jahr. Bereits diese Titel verdeutlichen die thematische Breite, die die Arbeit des DÖW bereits kurz nach der Gründung auszeichnete. Die im Namen des DÖW nahegelegte Fokussierung alleine auf den Widerstand gegen das NS-Regime entsprach also von allem Anfang an nicht der Realität unserer inhaltlichen Arbeit. Im Laufe der Jahre traten - nicht zuletzt bedingt durch Forschungsinteressen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen - neue Themenfelder hinzu, wie die Arbeiten Wolfgang Neugebauers und anderer jüngerer Mitarbeiter zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen oder die Beschäftigung mit der Aufarbeitung der NS-Verbrechen durch die Nachkriegsjustiz sowie mit den Fragen des Umgangs der Republik mit den Anliegen der NS-Opfer. Leugnung des österreichischen Widerstandes und wenig später auch des Holocaust bzw. Verharmlosung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen bewogen bereits in den 1970er Jahren Vorstand und MitarbeiterInnen des DÖW, verstärktes Augenmerk auf Monitoring und Analyse rechtsextremer, neonazistischer und rassistischer Tendenzen zu richten. Bald nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsbereichs engagierten sich dem DÖW nahestehende Wissenschafter in der Aufarbeitung der sowjetischen Gewaltverbrechen gegen Österreicher und Österreicherinnen.
Mit der vorliegenden Publikation wollen wir das Augenmerk verstärkt auf die Vielfalt der im DÖW bearbeiteten Forschungsthemen lenken. In den einzelnen Beiträgen beschreiben MitarbeiterInnen des DÖW die Genese der einzelnen Forschungsschwerpunkte des DÖW und berichten dann weiter aus der "Werkstatt der Forschung" - von der Problematik des Zugangs zu den relevanten Quellen bis hin zu den schlicht pragmatischen Schwierigkeiten der finanziellen Absicherung der Arbeiten. Damit reagieren wir nicht zuletzt auch auf die oft an uns gerichtete Frage nach der Entwicklung der inhaltlichen Arbeit des DÖW. Gleichzeitig rückt die Broschüre die im DÖW geleistete wissenschaftliche Arbeit in den Vordergrund, die über unserer Vermittlungstätigkeit und unserer Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit oft in den Hintergrund tritt. An dieser Stelle muss aber ausdrücklich betont werden, dass alle diese Arbeiten nur durch den Einsatz und das Engagement unserer MitarbeiterInnen möglich sind. Zu danken haben wir dabei den hauptamtlich im DÖW Beschäftigten ebenso wie jenen Männern und Frauen aus dem Kreis der ehemaligen WiderstandskämpferInnen und Verfolgten, die mitgeholfen haben, das DÖW aufzubauen und die - so weit es ihre Gesundheit zulässt - auch noch heute bei uns mitarbeiten. Ihre Reihen werden in den letzten Jahren durch eine neue Generation engagierter PensionistInnen ergänzt, die aus Solidarität mit dem DÖW und überzeugt von der Bedeutung unserer Arbeit ihre Freizeit für uns zur Verfügung stellen. Seit mehr als 20 Jahren verstärken auch Zivildienstleistende unser Team, auch sie sollen an dieser Stelle bedankt werden. Die Ausstellungswebsite www.doew.at/ausstellung (deutsch / englisch) bietet einen virtuellen ersten Einstieg in die permanente Ausstellung des DÖW und ermöglicht durch den Zugang zu Datenbanken auch weiterführende Recherchen. |
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