Gekürzt entnommen aus: Handbuch des
österreichischen Rechtsextremismus, Wien 1994
Vorbemerkung
Diesem Kapitel liegt der von Willibald I. Holzer entwickelte
Rechtsextremismusbegriff zugrunde, der - wie schon mehrmals betont -
jede Gleichsetzung von Rechtsextremismus mit Nationalsozialismus,
Neonazismus, Neofaschismus und dergleichen ausschließt. Die
Klassifizierung der einzelnen Personen als rechtsextrem erfolgte
aufgrund ihrer Stellung innerhalb rechtsextremer Organisationen sowie
aufgrund von Stellungnahmen in Publikationen. Die Kategorie
"rechtsextrem" bezieht sich weder auf Charaktereigenschaften noch auf
private Verhaltensweisen, sondern auf die politische und ideologische
Haltung der einzelnen Personen. Berücksichtigt wurden die
wichtigsten Funktionäre, Aktivisten und Ideologen, ohne mit
dieser Auflistung Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
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THIERRY, Andreas
Althofen, Kärnten
Geb. ca. 1970
- 1991
- Für den Inhalt des von Ewald Friesacher herausgegebenen
"Alten Jahreszeitweisers" verantwortlich
Verfasser eines Schreibens, in dem für die Mitarbeit am Aufbau
eines "wirkungsvollen Verteilerkreises" für
Propagandamaterialien geworben wird
- 1992
- Referent bei der 16. "Gästewoche" des "Deutschen
Kulturwerks europäischen Geistes"
- 1994
- Verurteilung durch ein Klagenfurter Geschwornengericht wegen
NS-Wiederbetätigung. Das Urteil ist noch nicht
rechtskräftig
USSNER-ROMER, Hermann
Wien
Geb. ca. 1943
- 1979
- Mitglied der 1980 behördlich aufgelösten
"Kameradschaft Babenberg"
- 1982
- Funktionär der "Volksbewegung" des Gerd Honsik
- 1983
- Organisator eines "Lagers" auf dem Lindenhof bei Rappottenstein
(laut "Halt", Nr. 16/September 1983)
- 1992
- Führender Aktivist der "Wehrsportgruppe Trenck", die von
den Sicherheitbehörden aufgelöst wird, Beschlagnahme von
Waffen und neonazistischen Propagandamaterialien
Verhaftung durch die Polizei, bis Anfang März in U-Haft,
Verfahren wegen NS-Wiederbetätigung
- 1994
- Prozeß wegen Gründung einer bewaffneten Verbindung,
Anwerbung von Mitgliedern und Ausbildung zum Kampf, Freispruch,
Urteil ist noch nicht rechtskräftig
VERBELEN, Robert Jan
Wien
Geb. 25. 4. 1911, gest. 1990
Publizist
- Vor 1945:
- Kommandant der Flämischen Allgemeinen SS
Stellvertreter des Faschistenführers Leon Degrelle
- Nach 1945:
1947 - In Belgien wegen seiner NS-Verbrechen in Abwesenheit zum Tode
verurteilt
- 1946-1955
- Mitarbeit im Geheimdienst der USA
- 1958
- Tätigkeiten für die österreichische
Staatspolizei
- 1959
- Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft
- 1965
- Anklage wegen Kriegsverbrechen, Freispruch durch ein Wiener
Geschwornengericht
- 1978
- Präsidiumsmitglied des "Deutschen Kulturwerkes
europäischen Geistes"
Rege Vortragstätigkeit im Rahmen der AFP und des "Deutschen
Kulturwerkes europäischen Geistes"
- 1979
- Referat in Gols/Burgenland über "Flamenkampf -
Flamenschicksal", eingeladen von FPÖ und NDP,
Landesorganisationen Burgenland
- 1980
- Referat in Schörfling am Attersee auf Einladung der
FPÖ
Referent bei Tagungen der AFP
Interview in "Halt", enge Kontakte zu Honsik
Beiträge in: "Aula", "Kärntner Nachrichten", "Halt"
Autor zahlreicher Bücher

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