Gekürzt entnommen aus: Handbuch des
österreichischen Rechtsextremismus, Wien 1994
Vorbemerkung
Diesem Kapitel liegt der von Willibald I. Holzer entwickelte
Rechtsextremismusbegriff zugrunde, der - wie schon mehrmals betont -
jede Gleichsetzung von Rechtsextremismus mit Nationalsozialismus,
Neonazismus, Neofaschismus und dergleichen ausschließt. Die
Klassifizierung der einzelnen Personen als rechtsextrem erfolgte
aufgrund ihrer Stellung innerhalb rechtsextremer Organisationen sowie
aufgrund von Stellungnahmen in Publikationen. Die Kategorie
"rechtsextrem" bezieht sich weder auf Charaktereigenschaften noch auf
private Verhaltensweisen, sondern auf die politische und ideologische
Haltung der einzelnen Personen. Berücksichtigt wurden die
wichtigsten Funktionäre, Aktivisten und Ideologen, ohne mit
dieser Auflistung Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
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NACHTMANN, Dipl. Vw. Herwig
Innsbruck
Leiter des "Aula"-Verlages
- 1975
- Verantwortlicher der "Jungen Nationaldemokraten" für
Tirol
- 1977
- Verantwortlicher für das Flugblatt der
"deutschbewußten nationalen Jugend Tirols" zur Ablehnung des
österreichischen Nationalfeiertages
Angehöriger der Burschenschaft "Brixia"
- 1978
- Unterzeichner des Aufrufs der "Deutschen National-Zeitung" (Nr.
45, 3. 11. 1978) für eine Generalamnestie für
NS-Verbrechen
Teilnahme am Kongreß der "Gesellschaft für freie
Publizistik" in Kassel (Thema: "Verrat und Widerstand im Dritten
Reich")
- 1979
- Stellvertretender Dietwart der ÖTB
Würdigung Dr. Norbert Burgers bei dessen Geburtstagsfeier
- 1980
- Referent bei der 15. Politischen Akademie der AFP
Angehöriger der Burschenschaft "Germania"
- 1981
- Als Angehöriger der "Kameradschaft der ehemaligen
Südtiroler Freiheitskämpfer" beim Begräbnis des
Hitler-Nachfolgers Dönitz
- 1985
- Mitarbeiter und Kuratoriumsmitglied der "Gemeinnützigen
Hermann-Niermann-Stiftung"
- 1986
- Unterstützung der Präsidentschaftskandidatur von Dr.
Otto Scrinzi
Obmann des "Tiroler Heimatbundes"
- 1994
- 1. Obmann-Stellvertreter des ÖTB-Steiermark
NEIDTHART, Dr. Martin
Geb. 19. 7. 1956
- 1979
- Aktivist der neonazistischen Gruppe "Aktion Neue Rechte"(ANR).
Gemeinsam mit anderen militanten ANR-Aktivisten Gründung des
"Nationalistischen Bundes Nordland" (NBN), dessen Registrierung als
Partei durch das Innenministerium wegen zu erwartender
staatsvertrags- und verfassungswidriger Tätigkeit abgelehnt wird; illegale Organisationstätigkeit
des NBN
Beteiligung an den Provokationen des
NBN in Linz-Urfahr und wenige Tage später
in Salzburg, bei der die NBN-Aktivisten in SS-ähnlichen
Uniformen aufmarschieren.
- 1980
- Hausdurchsuchung der Staatspolizei in
seiner Wohnung, Beschlagnahme neonazistischen Materials.
- November 1979 - August 1981
- Eigentümer, Herausgeber,
Verleger und verantwortlich für den Inhalt der NBN-Zeitschrift "Der Stoßtrupp"
Beiträge in: "Der Stoßtrupp"
- Von der Rechtsvertretung Dr. Martin Neidtharts erhielten wir dazu am 20. November 2002 folgende Stellungnahme:
- "Dr. Martin Neidthart ist seit Herbst 1981 nicht mehr durch irgendeine
rechtsextreme Aktivität aufgefallen, ganz im Gegenteil, er distanziert sich
von seiner rechtswidrigen, studentischen Tätigkeit nachhaltig. Der Bundespräsident hat
über Empfehlung des Bundesministers für Justiz nach eingehender Prüfung der Sach- und
Rechtslage im Jahre 1996 eine vorzeitige gnadenweise Tilgung vefügt. Dr. Martin Neidthart
hat diese Beurteilung durch den Herrn Bundespräsidenten durch seinen auch fortan tadellosen Lebenswandel bestätigt."
NEPRAS, Walter
Wien
Elektrohändler, ehemaliger 3. Bundessprecher und
Bundespropagandaleiter der NDP und 1. Landessprecher der NDP-Wien
- 1976
- Bundesvorstand der NDP
- 1980
- Bundesgeschäftsführer der NDP
- 1981
- Teilnahme am Begräbnis von Dönitz
- 1983
- Bundesobmann der "Österreichischen Bürgerpartei"
- 1984
- Präsident der "Europäischen Freiheits-Bewegung"
- 1986
- Unterstützung der Präsidentschaftskandidatur von Dr.
Otto Scrinzi
Beiträge in: "Klartext"
NEUNER, Walter
Grambach bei Graz
Mitglied der "Österreichischen Historiker-Arbeitsgemeinschaft
für Kärnten und Steiermark" ("Südtirol - Europa der
Völker", 1/1992, S. 8)
- 1991
- Verfasser eines Vorwortes für das von Ingomar Pust
verfaßte und von der "Österreichischen
Historiker-Arbeitsgemeinschaft für Kärnten und Steiermark"
herausgegebene Buch "Völkermord der Tito-Partisanen
1944-1948"
- 1994
- In Zusammenhang mit den im Dezember 1993 erfolgten
Briefbombenattentaten führen Beamte des Innenministeriums auf
Antrag des Landesgerichtes für Wien in der Wohnung von Neuner
eine Hausdurchsuchung durch ("Das Grenzland ruft", 5/1994)
Zahlreiche Leserbriefe in: "Aula", "Die Kameradschaft"
NOWAK, Mag. Friedrich
Linz
Geb. 1915
- Vor 1945:
- Bannführer der Linzer Hitler-Jugend
- Nach 1945:
1948 - Gemeinsam mit Erich Slupetzky (1978 ÖTB-Bundesobmann) in
Zusammenhang mit der neonazistischen Untergrundbewegung Soucek
verhaftet
- 1980
- Im Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien vom 6.
10. 1980, Ehrenbeleidigungsprozeß ÖTB gegen "Volksstimme",
wurde die Schreibweise der von Mag. Nowak redigierten
"Bundesturnzeitung" als "neofaschistisch" qualifiziert und
festgestellt, "daß der Zeuge Nowak offenbar nicht nur Turner
ist, sondern zumindest Teilen der Ideologie des Nationalsozialismus
anhängt und in dieser Ideologie die Bundesturzeitung
gestaltet".
- 1981
- Ablösung als Schriftleiter der "Bundesturnzeitung"
Verurteilung durch das Landesgericht für Strafsachen Linz
wegen der Bezeichnung "Hetzschrift" für das Buch
"Rechtsextremismus in Österreich nach 1945"
NOWOTNY, Dkfm. Rudolf
Linz
Geschäftsführender Vorsitzender des "Vereins Dichterstein
Offenhausen"
Stellvertretender Obmann der "Wohlfahrtsvereinigung der
Glasenbacher"
- 1974
- Dichterlesung beim Schriftstellertreffen des "Vereins
Dichterstein Offenhausen"
1977- Referat über seinen Bruder Walter Nowotny (hochdekorierter
Kampfflieger des Zweiten Weltkrieges)
- 1979
- Unterzeichner des Aufrufs der "Deutschen National-Zeitung" (Nr.
18, 27. 4. 1979) für eine Generalamnestie für NS-Verbrechen

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