Gekürzt entnommen aus: Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus, Wien 1994

Rechtsextreme Funktionäre, Aktivisten und Ideologen



Vorbemerkung

Diesem Kapitel liegt der von Willibald I. Holzer entwickelte Rechtsextremismusbegriff zugrunde, der - wie schon mehrmals betont - jede Gleichsetzung von Rechtsextremismus mit Nationalsozialismus, Neonazismus, Neofaschismus und dergleichen ausschließt. Die Klassifizierung der einzelnen Personen als rechtsextrem erfolgte aufgrund ihrer Stellung innerhalb rechtsextremer Organisationen sowie aufgrund von Stellungnahmen in Publikationen. Die Kategorie "rechtsextrem" bezieht sich weder auf Charaktereigenschaften noch auf private Verhaltensweisen, sondern auf die politische und ideologische Haltung der einzelnen Personen. Berücksichtigt wurden die wichtigsten Funktionäre, Aktivisten und Ideologen, ohne mit dieser Auflistung Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

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M

MAICHANITSCH, Arthur
Wien
Geb. 21. 1. 1923
Leutnant des österreichischen Bundesheeres a. D.
Vor 1945:
Mitglied des "Deutschen Turnerbundes" und der Hitler-Jugend
Nach 1945:
1945/46
Haft wegen NS-Betätigung
Mitglied des VdU und später der FPÖ, Freundschaft mit Otto Skorzeny
1964
Eintritt in das österreichische Bundesheer
1969
Gründer der "Kameradschaft Babenberg" (damals Teilorganisation des ÖKB)
1974
Einführung der "Weltanschaulichen Tischgespräche" (Vortragender Taras Borodajkewycz)
Ausschluß der "Kameradschaft Babenberg" aus dem ÖKB und Gründung eines eigenen Vereins
1976
Rücktritt als Obmann aus gesundheitlichen Gründen
1976
Teilnahme an der Weihnachtsfeier der NDP
1980
Neuerlich Obmann der "Kameradschaft Babenberg" bis zu deren Verbot
1982
Unterstützer einer von der Gruppe um die Zeitschrift "Halt" bzw. von der "Ausländer Halt-Bewegung" (AUS) initiierten Kandidatur einer "Überparteilichen Liste gegen Ausländerintegration" bei den Nationalratswahlen
Beiträge in: "Das Neue Wort", "Klartext", "Der Babenberger"



MEHL, Dr. Erwin
Geb. 28. 3. 1890, gest. 1984
Emeritierter Univ. Prof. für Lehre und Geschichte der Leibesübungen an der Universität Wien
Vor 1945:
1923
Verfasser des Buches "Grundriß des Deutschen Turnens"
1941
Erster Univ. Prof. für Lehre und Geschichte der Leibesübungen in Österreich
Nach 1945:
1945
Dienstenthebung
1948
Ruhestand
1949
Gründer des "Vereins Muttersprache" (ehemaliger "Deutscher Sprachverein", Zweig Wien) und Herausgeber von dessen Zeitschrift "Wiener Sprachblätter"
1976
Jury-Mitglied beim Rednerwettbewerb am Bundesturnfest des ÖTB
1978
Unterzeichner des Aufrufs der "Deutschen National-Zeitung" (Nr. 45, 3. 11. 1978) für eine Generalamnestie für NS-Verbrechen


MÜLLER, Helmut
Wien
1975/76
Mitglied der "Volkssozialistischen Bewegung Österreichs" und Mitarbeiter bei der Zeitung "Das Neue Wort"
1977
Gründer der Gruppe "Volkskampf - Nationalrevolutionäre Aufbauorganisation" (NRAO)
1977-1990
Herausgeber der Zeitschrift "Der Nationalrevolutionär"
1989
Referent bei der 24. Politischen Akademie der AFP in Salzburg zum Thema "Multikulturelle Gesellschaft oder Nationalrevolution"
ab 1991
Schriftleiter des von der "Österreichischen Landsmannschaft" herausgegebenen "Eckartboten" und Mitglied des Vorstandes der ÖLM


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