Gekürzt entnommen (und teilweise aktualisiert) aus: Handbuch des
österreichischen Rechtsextremismus, Wien 1994
Vorbemerkung
Diesem Kapitel liegt der von Willibald I. Holzer entwickelte
Rechtsextremismusbegriff zugrunde, der - wie schon mehrmals betont -
jede Gleichsetzung von Rechtsextremismus mit Nationalsozialismus,
Neonazismus, Neofaschismus und dergleichen ausschließt. Die
Klassifizierung der einzelnen Personen als rechtsextrem erfolgte
aufgrund ihrer Stellung innerhalb rechtsextremer Organisationen sowie
aufgrund von Stellungnahmen in Publikationen. Die Kategorie
"rechtsextrem" bezieht sich weder auf Charaktereigenschaften noch auf
private Verhaltensweisen, sondern auf die politische und ideologische
Haltung der einzelnen Personen. Berücksichtigt wurden die
wichtigsten Funktionäre, Aktivisten und Ideologen, ohne mit
dieser Auflistung Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
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HAAS, Dr. Bruno
Wien
Geb. 12. 5. 1951
Jurist
- 1970
- Gründer der "Arbeitsvereinigung für
Mittelschüler"
- 1973
- Nach dem Verbot der "Arbeitsvereinigung für
Mittelschüler" Gründung der ANR
Ausschluß aus dem RFS
- 1977
- Referent bei der Gästewoche der "Deutschen
Kulturgemeinschaft"
- 1978
- Nach Abkommen mit Dr. Burger Wiederaufnahme seiner aktiven
Tätigkeit in der NDP
Verantwortlicher der ANR-Geschäftsstelle in München
Veröffentlichung eines Artikels in der Publikation "Der
Babenberger"
- 1980
- Mitglied des "Komitees zur Wahl eines nationalen
Deutsch-Österreichers" (Norbert Burgers) bei der
Bundespräsidentenwahl
Vortragstätigkeit bei der AFP und der "Deutschen
Kulturgemeinschaft"
- 1981
- Gründung der "Partei für Recht und Ordnung" (PRO) als
Nachfolgeorganisation der ANR
- 1982
- Unterstützer einer von der Gruppe um die Zeitschrift "Halt"
bzw. von der "Ausländer-Halt-Bewegung" (AUS) initiierten
Kandidatur einer "Überparteilichen Liste gegen
Ausländerintegration" bei den Nationalratswahlen
- 1984
- Verurteilung zu einer bedingten Haftstrafe im Wiener
Neonaziprozeß
Mitglied der Bundesleitung der NDP
Referent bei der AFP-Wien
- 1985
- Vortrag bei der NDP zum Thema "Strategie gegen das Regime neue
Formen des Widerstandes der Angriff"
Referent bei der 20. Politischen Akademie der AFP
- 1986
- Vortrag bei der NDP zum Thema "Enteignet die Bonzen"
Unterstützung der Präsidentschaftskandidatur von Dr. Otto
Scrinzi
- 1990
- Vortrag bei der Wiener Burschenschaft "Olympia" zu dem Thema
"Politjustiz in Österreich"
Unterstützer der Liste "Nein zur Ausländerflut"
- 1991
- Referent bei einer Veranstaltung der Bürgerinitiative "Nein
zur Ausländerflut"
- 1992/93
- Mitglied des Redaktionskollegiums der Zeitschrift
"Nation"
Beiträge in: "Richtung", "Mut", "Deutsche Wochen-Zeitung",
"Klartext"
Leserbriefe in der "Aula"
HAMPEL, Dr. Robert
Wien
Geb. 1. 11. 1916
- Vor 1945:
- Mitglied der NSDAP
- Nach 1945:
- Mitbegründer des "Eckartboten deutscher Kultur- und
Schutzarbeit", Mitglied des Vorstandes der "Österreichischen
Landsmannschaft"
Vorträge beim "Verein Dichterstein Offenhausen"
- 1991
- Verleihung des Dichtersteinschildes durch den "Verein
Dichterstein Offenhausen"
Beiträge in: "Eckartbote deutscher Kultur- und Schutzarbeit",
Leserbriefe in der "Furche"
HERNDL, Klaus-Peter
Wien
Leiter des "Arbeitskreises kritischer Nationalismus Jugend 'Kreis
Hagen'"
Engagiert sich in der Umweltschutzbewegung, vor allem in der
Atomkraftgegnerbewegung
- 1976 und 1977
- Teilnahme an den Tagungen der AFP
- 1978
- Referat in einer ANR-Veranstaltung
Teilnahme am Bundesparteitag der NDP, Wien
- 1979
- Leserbriefe in verschiedenen Zeitungen gegen den TV-Film
"Holocaust"
Mitunterzeichner des Aufrufes für eine Generalamnestie für
NS-Verbrechen in der "Deutschen National-Zeitung" (Nr. 16, 13. 4.
1979)
- 1980
- Teilnahme an der 15. Politischen Akademie der AFP
HILLEK, Wilhelm
Lochau
Oberst i. R.
Beiträge in: "Der Hobel", "Fakten", "Die Kameradschaft",
Leserbriefe in: "Deutsche National-Zeitung", "Eckartbote", "Die
Umwelt"
HOLZINGER, Sepp
Linz
Geb. 16. 10. 1923
Angestellter
Gründungsmitglied der NDP
- 1963
- Begründer der Jahn-Wanderung des ÖTB
- 1972
- Gauoberturnwart des ÖTB-Oberösterreich
- 1976
- Rücktritt als Zweiter Bundessprecher der NDP
- 1977
- Rücktritt als Erster Landessprecher der
NDP-Oberösterreich aus gesundheitlichen Gründen
Angeklagt in den Prozessen gegen Südtirol-Attentäter
HONSIK, Gerd
Wien
Geb. 10. 10. 1941
- Bis Oktober 1987
- Vorsitzender der vom Innenministerium nicht
anerkannten politischen Partei "Volksbewegung"
("Ausländer-Halt-Bewegung")
- Oktober 1987 bis März 1988
- "juristischer und ideologischer
Berater" der "Volksbewegung"
- März 1988 bis April 1991
- Vorsitzender der "Volksbewegung"
- 1961
- Honsik wirft gemeinsam mit Günther Kümel und Peter
Melzer eine Brandbombe und Schmähschriften gegen die
italienische Botschaft
Verurteilung zu einer Haftstrafe durch ein Wiener
Geschwornengericht
- 1975
- Berichtet über Aufstellung neuer Einsatzgruppen der NDP
- 1976
- Wahl in den Bundesvorstand der NDP
- 1976
- Verurteilung zu 15 Monaten Haft
- 1979
- Mitglied des Redaktionsteams der Zeitschrift "Der
Babenberger"
- 1980
- Mitglied des Redaktionskomitees der Zeitschrift "Halt.
Wandzeitung des österreichischen Abwehrkampfes", der
Nachfolgezeitung vom "Babenberger" (Pseudonym "Gerhon Endsik")
- 1981
- Veröffentlichung des Lyrikbandes "Lüge, wo ist dein
Sieg" (Eigenverlag)
Dichterlesung im Wiener Hotel Hilton (Ehrenschutz: Hofrat Dr.
Roßkopf und Hofrat Dr. Baldia)
Anmeldung einer Wahlliste gegen Ausländerintegration
- 1982
- Gründung einer Wahlplattform mit dem Namen
"Ausländer-Halt-Bewegung" (AUS), Redner auf der Gründungsversammlung der AUS
- 1983
- Anmeldung der "Volksbewegung"
Gründung der "Knut-Hamsun-Gesellschaft Wien" (Publikation: "Der
Babenberger Literaturkreis")
Veranstaltung der "Knut-Hamsun-Gesellschaft Wien" im Hotel Hilton in
Wien: "Neunzig Minuten deutsche Balladen", Honsik präsentiert
seinen Gedichtband "Fürchtet Euch nicht"
- 1984
- Anmeldung der Partei "Nationale Front" (NF),
Gründungsversammlung vom Innenministerium untersagt
- 1986
- Einleitung eines Verfahrens wegen NS-Wiederbetätigung
- 1987
- Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen Herabwürdigung des
Staates und seiner Symbole, Nichtigkeitsbeschwerde Honsiks vom OGH
abgewiesen
Prozeß wegen Beleidigung des Nationalrates
Unterstützung der Liste "Ausländer Halt" bei den
Gemeinderatswahlen in Krems
- 1988
- Einleitung einer Voruntersuchung wegen § 3g Abs. 1
Verbotsgesetz durch die Staatsanwaltschaft Wien
Verhaftung wegen Störung einer Veranstaltung zum Gedenkjahr 1988
im Theater in der Josefstadt
Beschlagnahme des Buches "Freispruch für Hitler? 36
ungehörte Zeugen wider die Gaskammer" durch das Landesgericht
für Strafsachen Wien. Einleitung eines Strafverfahrens nach §
3g Verbotsgesetz
Reise zu Ernst Zündel nach Kanada
- 1989
- Verurteilung in der BRD zu einer Geldstrafe in der Höhe von
DM 54.000,- wegen des Buches "Freispruch für Hitler?". Honsik
legt Einspruch dagegen ein
- 1990
- Aufgrund seines Einspruchs Verurteilung vom Amtsgericht
München zu einer bedingten Haftstrafe von 9 Monaten (wegen
Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung Verstorbener)
In einer weiteren Berufungsverhandlung Verurteilung durch das
Amtsgericht München zu einer bedingten Haftstrafe von einem Jahr
und zu einer Geldstrafe von DM 5000,-
Teilnahme an einer Veranstaltung von David Irving in Dresden, Lesung
aus seinem beschlagnahmten Gedichtband "Fürchtet Euch nicht"
Kandidat der von der Wiener Kreiswahlbehörde wegen
NS-Wiederbetätigung nicht zur Nationalratswahl zugelassenen
Liste "Nein zur Ausländerflut"
- 1991
- Veröffentlichung eines
"Mauthausen-Gas-Betrugs-Rätsel-Posters" in "Halt", Nr.
57/Jänner-Februar 1991. Einleitung einer gerichtlichen
Voruntersuchung unter anderem nach § 3g Verbotsgesetz
Referent bei einer Veranstaltung im Hotel Wimberger
Als Referent für eine dann von den Behörden untersagte
Versammlung der inzwischen in der BRD verbotenen neonazistischen
"Nationalistischen Front" angekündigt
Aufruf zur Teilnahme an einer Demonstration für den verhafteten
Franz Radl vor dem Grazer Landesgericht
Referent bei einer Weihnachtsfeier der "Volksbewegung" in
Hübners Kursalon in Wien
- 1992
- Verurteilung durch das Bayerische Oberste Landgericht wegen
Verbreitung der "Auschwitz-Lüge" (bezugnehmend auf sein Buch
"Freispruch für Hitler?") zu zwölf Monaten Haft mit
Bewährung
Verurteilung wegen Beleidigung und übler Nachrede wegen eines
Artikels über den Innsbrucker Diözesanbischof Reinhold
Stecher zu einer Geldstrafe von S 6000,-
Verurteilung wegen NS-Wiederbetätigung zu 18 Monaten Haft
Flucht ins Ausland (Barcelona, Spanien)
- 1993
- Ablehnung eines Asylantrags durch die spanischen
Behörden
- 1994
- Treffen mit dem ebenfalls nach Spanien geflüchteten
bundesdeutschen Alt- und Neonazi Otto Ernst Remer
Publikationen:
Lüge, wo ist dein Sieg? Dichtung eines österreichischen Dissidenten,
Eigenverlag, Königstetten 1981.
Fürchtet euch nicht! Eigenverlag, Wien o. J. (1983).
Freispruch für Hitler? 36 ungehörte Zeugen wider die Gaskammer, hrsg. v.
Burgenländischen Kulturverband, Wien 1988 (ab der 2. Auflage: 37
unerhörte Zeugen ...; 1994 in 12. Auflage erschienen).
Schelm und Scheusal. Meineid, Macht und Mord auf Wizenthals Wegen,
hrsg. v. Bright Rainbow Verlag. Madrid 1993 (beschlagnahmt).
Dr. Pablo Hafner (Pseudonym): Sein letzter Fall. Dr. Schaller für Honsik
gegen Wiesenthal. Bright Rainbow Verlag. Barcelona 1995.
Major a.D. Göran Holming (Pseudonym): Ein Prophet entkam. Was Gerd
Honsik sagte. Was er nicht sagte. Was er voraussagte. Wien und Bonn
jagen ihren Vordenker. Wheatcroft Associacion. Gibraltar 1997.
Von Deutschlands Kampf und Fall. Die großen Balladen und die kleinen
Verse des meistverfolgten Dichters Europas. Honsiks gesammeltes
lyrisches Werk. Wheatcroft Associacion. Gibraltar o. J.
Im Alcazar nichts Neues! Das Epos des 20. Jahrhunderts. Wheatcroft
Associacion. Gibraltar 2000.
Der Juden III. Reich? Halt dem Kalergi-Plan! 28 Thesen Coudenhove-Calergis. Eine Bittschrift an die deutschen Parlamente. Bright Rainbow
Verlag. La Mancha 2003.
Herausgabe/Vertrieb von:
Prof. Israel Shahak: Der Juden Götterglaube und Geschichte. Die Bürde
von 3000 Jahren. (Thies Christophersen veröffentlichte 1998 die deutsche
Übersetzung bei Honsik, ohne die Rechte daran zu besitzen. Nach
Intervention von Pluto Press wurde der Vertrieb von Honsik wieder
eingestellt.)
Ahmed Rami, Sohn des Scheichs: Zuerst nach Casablanca. Panzerleutnant
Ahmed Rami erzählt. Bright Rainbow Verlag. Malmö 2001 (Übersetzer:
Jürgern Graf, Lektor: Franz Radl).
HOYER, Alexander
Graz
Geb. 1914
Schriftsteller
- 1992
- Verleihung des Dichtersteinschildes durch den "Verein
Dichterstein Offenhausen"
- 1993
- Referent bei einer Tagung des "Österreichischen
Kulturwerkes"
Referent bei einem von der bundesdeutschen rechtsextremen Zeitschrift
"Recht und Wahrheit" veranstalteten "Lesertreffen", an dem u. a.
bekannte bundesdeutsche Neonazis und "Revisionisten" wie Christian
Worch und Dipl.-Pol. Udo Walendy teilgenommen haben (siehe dazu:
"Recht und Wahrheit", 9+10/1993, S. 17)
- 1994
- Referent bei der 31. Tagung des "Vereins Dichterstein
Offenhausen"
Beiträge in: "Recht und Wahrheit"

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