Schwerpunkt Widerstand & Verfolgung

Widerstand und Verfolgung in der Steiermark 1938-1945

Projektleitung: Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer

Projektbetreuung: Dr. Herwig Czech

(Reihe: Widerstand und Verfolgung in den österreichischen Bundesländern 1934-1945)

Projektinhalt: Projektziel ist die Erstellung einer dreibändigen kommentierten Quellenedition, mit der die Aktenlage zu Widerstand und Verfolgung in der Steiermark überblicksmäßig erfasst und damit eine Basis für weitere Lokalstudien geschaffen wird. Die Verwendung eines breiten Widerstandsbegriffs ermöglicht es, das ganze Spektrum von Widerstand, Opposition und Unzufriedenheit, von Diskriminierung und Verfolgung, also jede nonkonformistische Reaktion auf die Diktaturherrschaft - zumindest exemplarisch - zu dokumentieren. Gleichrangig dargestellt wird die nationalsozialistische Verfolgung aus rassistischen, religiösen und nationalen Gründen. Auch die Mitwirkung von Österreichern bei den nationalsozialistischen Terrormaßnahmen wird mit einbezogen (Volksgerichtsprozesse u. a.). Die Gliederung geht einerseits von den politischen Organisationen (v. a. Parteien), andererseits von übergeordneten politisch-sozialen Begriffen - wie Arbeiterbewegung oder katholisch-konservatives Lager - aus, wodurch ein ganzes Spektrum von Widerstand und Opposition zusammenhängend präsentiert werden kann, etwa für die Arbeiterbewegung: Arbeitsverweigerung, Streik, Arbeitsvertragsbrüche, Unmutsäußerungen, Sabotage, politische Organisationen. Als Quellen werden Justizdokumente, Materialien des Polizei- und Sicherheitsapparats, Gesetze, amtliche Erlässe, Materialien der WiderstandskämpferInnen und der Widerstandsgruppen ebenso wie Aussagen, Berichte und Interviews aus der Zeit nach 1945 herangezogen und auszugsweise wiedergegeben.

Aus organisatorisch-finanziellen Gründen mussten die Arbeiten einige Jahre ausgesetzt werden; 2006 wurde in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Graz mit der Fertigstellung der Dokumentation begonnen.

Publikation: Widerstand und Verfolgung in der Steiermark 1934-1945. Eine Dokumentation, 3 Bde, ca. 1500 Seiten (in Vorbereitung).

Zur Reihe: Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) arbeitet seit den siebziger Jahren systematisch an der Erfassung von Widerstand und Verfolgung in Österreich im Zeitraum von 1934-1945. Bewusst wurden die Form der Dokumentation gewählt und insbesondere "gegnerische" Dokumente herangezogen, um so den vielfach angezweifelten oder bagatellisierten Widerstand ebenso wie die von neonazistischer Seite geleugneten Verfolgungsmaßnahmen des NS-Regimes ein für allemal auf den Boden unbestreitbarer Tatsachen zu stellen. Als erstes konnte das Projekt "Widerstand und Verfolgung in Wien 1934-1945" abgeschlossen und 1975 in drei Bänden publiziert werden. Die Burgenland-Dokumentation erschien 1979, die zweibändige Dokumentation Oberösterreich 1982. Zwei Bände über Tirol folgten 1984, drei Bände über Niederösterreich 1987 und zwei Bände über Salzburg 1991.

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