Aus aktuellem Anlass:

Biographische Angaben zu
Andreas Mölzer

Nach seinem erfolgreichen Vorzugsstimmenwahlkampf (Mölzer "allein gegen die Linke" ») ist Andreas Mölzer freiheitlicher EU-Abgeordneter.


geb. 1952
Studium der Geschichte und Volkskunde in Graz
Mitglied des Corps Vandalia in Graz






Mölzer in der "Deutschen Stimme"
1983-1990
Schriftleitungsmitglied der rechtsextremen Zeitschrift Aula


1984
befürwortet in einem Artikel in der rechtsextremen Deutschen Wochen-Zeitung die Gründung von Otto Scrinzis National Freiheitlicher Aktion (NFA)


1985 - Ende 1990
Chefredakteur der FPÖ-Zeitung Kärntner Nachrichten (KN)


1985
Referent bei der 20. Politischen Akademie der rechtsextremen Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) und beim neonazistischen, 1999 wegen NS-Wiederbetätigung aufgelösten Verein Dichterstein Offenhausen

Interview in der rechtsextremen Deutschen National-Zeitung (47/1985)


1986 und 1987
Referent bei der deutschen rechtsextremen Gesellschaft für Freie Publizistik e. V.
Mitglied des Autorenkollegiums der Deutschen Monatshefte (bis 1982 Klüter Blätter)


1987
In den Kärntner Nachrichten vom 24. 4. 1987 wird eine Rezension über das Buch "Die Diffamierten" (Geschichte des Reichsarbeitsdienstes) veröffentlicht, deren Inhalt den Verdacht einer strafbaren Handlung nach § 3g Verbotsgesetz bzw. nach Art. IX Abs. 1 Z 7 EGVG begründete:
"Nach Vernehmung des Chefredakteurs der 'Kärntner Nachrichten', Andreas Mölzer, der sich als Alleinverantwortlicher bezeichnete, legt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt die Anzeige wegen § 3 g Verbotsgesetz gem. § 90 StPO zurück.
Im Zuge des von der Bundespolizeidirektion Klagenfurt gegen Andreas Mölzer eingeleiteten Verwaltungsstrafverfahrens wird dieser wegen Übertretung nach Art. IX Abs. 1 Zi. 7 EGVG mit S 3.000,- rechtskräftig bestraft."
(Beantwortung der parlamentarischen Anfrage der Abgeordneten Anschober, Freunde und Freundinnen durch Bundesminister Dr. Franz Löschnak, 17. 4. 1992, Nr. II-5610 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates, XVIII. Gesetzgebungsperiode.)


1988,1990,1992
Referent im als "rechtstendenziös" eingestuften Neuen Klub


1989
Kandidat der FPÖ bei den Kärntner Landtagswahlen


1990
Herausgabe des Haider-Jubel-Buches "Jörg! Der Eisbrecher"


Anfang 1991
im Auftrag Jörg Haiders "Grundsatzreferent" in der Bundesparteizentrale der FPÖ, gleichzeitig im Rahmen des Freiheitlichen Bildungswerkes Betreuer des historisch-ideologischen Schrifttums der FPÖ


1991
Verleihung des Joseph-Hieß-Gedenkpreises bei einer Tagung des neonazistischen Vereins Dichterstein Offenhausen


Juni 1991
Bundesrat


Herbst 1991
"auf persönlichen Wunsch Jörg Haiders" Bestellung zum "politischen Gesamtverantwortlichen" des Freiheitlichen Bildungswerkes (siehe dazu: Aula 11/1991)


Februar 1992
Referent bei einer Veranstaltung des Freiheitlichen Akademikerverbandes zum Thema "Nationale Identität und multikulturelle Gesellschaft". Die Zeitung Der Standard (13. 2. 1992) berichtete dazu:
"Mölzer befürchtet vielmehr, dass die deutsche Volks- und Kulturgemeinschaft in der BRD und in Österreich 'erstmals in seiner tausendjährigen Geschichte' vor einer 'Umvolkung' steht. Bisher sei die 'biologische Potenz der Deutschen' immer stark gewesen, 'um assimilierender Faktor zu bleiben'. Jetzt aber sieht Aula-Mitarbeiter Mölzer einen 'überalterten und schwächeren Volkskörper, der dynamischeren Zuwanderern gegenübersteht'. Daher dürfe nicht eine 'amorphe Masse' Aufnahme finden, die Menschen sollten 'bereits im Ausland' überprüft werden. Sonst könnte 'eine ethnische, kulturelle Umvolkung' erfolgen."


Herbst 1993
nicht mehr Leiter, sondern nur mehr Vorsitzender des Kuratoriums des Freiheitlichen Bildungswerkes, Verlust des Bundesratssitzes


1994
gemeinsam mit Lothar Höbelt und Brigitte Sob Herausgeber eines "Jahrbuchs für politische Erneuerung 1995" im Freiheitlichen Bildungswerk mit dem Titel "Freiheit und Verantwortung". Zu dem darin enthaltenen Artikel von Werner Pfeifenberger ("Internationalismus gegen Nationalismus - eine unendliche Todfeindschaft?") wird in einem Gerichtsurteil der Einschätzung eines Journalisten, dieser Text enthalte "Nazitöne", Recht gegeben.


1995
Rückzug aus der Aula


1995-1997
Chefredakteur der österreichischen Ausgabe der deutschen Wochenzeitung Junge Freiheit (JF). Der deutsche Verfassungsschutz attestiert der JF, sie trage zur "Erosion der Abgrenzung zwischen Demokraten und Extremisten [...] bei. Sie bietet sowohl Demokraten als auch in- und ausländischen Rechtsextremisten ein publizistisches Forum." (Bundesministerium des Inneren (Hg.): Verfassungsschutzbericht 1997. Bonn 1998, S. 121)


1996
als Referent beim Treffen des vom rechtsextremen Langzeitfunktionär Dr. Otto Scrinzi gegründeten Kulturwerks Österreich - Landesgruppe Kärnten angekündigt.


Seit 1997
Chefredakteur der aus der Österreichausgabe der Jungen Freiheit hervorgegangenen Wochenzeitung Zur Zeit. ("Österreich neu regieren": Steuergeld für Vorfeldorgan des Rechtsextremismus »)


1997
In der Ausgabe 7/1997 (5.-11. Dezember) von Zur Zeit veröffentlicht der Theologe Robert Prantner einen Artikel, in dem es heißt:
"Es wäre eine Verfälschung der Geschichte, etwa bestimmte Ritualmorde zu mittelalterlicher Zeit dem phantasiebestimmten 'Haß des Nationalsozialismus' zuzuschreiben. Auch Verbrechen von jüdischen Menschen an Christen sind beklagenswerte Geschichte, an Kindern, wie etwa dem seligen Märtyrerkind Anderl von Rinn, wie an erwachsenen Menschen zu vorösterlicher Zeit."
Prantner macht in diesem Artikel die "Juden" auch für den Tod Jesu verantwortlich und behauptet zudem eine Bringschuld der "Weltjudenheit". Seiner Meinung nach weigere sich diese bis heute beharrlich, sich für "durch jüdische Hand" begangene "Verbrechen" zu entschuldigen.
Unmittelbar nach Erscheinen des Artikels, den Mölzer nicht für antisemitisch hält, übermittelt das DÖW eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und den Presserat. Während Letzterer Prantners antisemitische Ausfälle am 11. März 1998 verurteilt, sieht die Staatsanwaltschaft Wien hierin keine ausreichenden Gründe für die Aufnahme von Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung.


Mai 1997
Referent bei der Landtagsfraktion der vom deutschen Verfassungsschutz als "rechtsextrem" eingestuften Partei Die Republikaner in Stuttgart. (Der Republikaner 6/1997, S. 4)


1999
In der Ausgabe Zur Zeit 23/1999 (4.-10. Juni 1999) erscheint ein Artikel, in dem die nationalsozialistischen Verbrechen grob verharmlost, die Schuld Nazi-Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geleugnet, Adolf Hitler ein "großen Sozialrevolutionär" und dessen Stellvertreter Rudolf Heß ein "kühner Idealist" genannt und der Holocaust, der sich angeblich "nur mehr quasireligiös begründen" lasse, als angebliches "Dogma" bzw. als "Mythos" in Zweifel gezogen werden. Außerdem behauptet der Autor die Unmöglichkeit der "Massenvergasungen mittels Zyklon-B" in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern.
Aufgrund einer Anzeige des DÖW wird der Autor des Artikels 2001 wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt. Das gleichzeitig gegen Mölzer eingeleitete Verfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz wird im Jahr 2000 nach dem Abschluss der Vorerhebungen eingestellt. Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Justizminister Böhmdorfer sei es nicht gesichert gewesen, dass Mölzer den inkriminierten Artikel vor Drucklegung gelesen habe.


17. 4. 1999
Bei einem Treffen "deutscher" Burschenschafter in Salzburg diskutieren unter der Leitung Mölzers u. a. der in der deutschen Neonazi-Szene aktive NPD-Ideologe Jürgen Schwab (aB! Thessalia zu Prag, Bayreuth und aB! Germania, Graz) und der Chef der deutschen rechtsextremen Partei Die Republikaner, Rolf Schlierer (aB! Germania, Gießen), über die Zukunft der Burschenschaften. (Kadertreffen in Salzburg »)


1999 - 2001
Kulturberater des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider


2001
Referent beim Jahreskongress der rechtsextremen Deutschen Konservativen:
"Andreas Mölzer, der Kulturbeauftragte Jörg Haiders, und Dr. Andreas Skorlanz, Fraktionsdirektor der FPÖ, haben den Kongressteilnehmern ein klares, sehr informatives Bild vorgezeichnet über 'Die Entwicklung der FPÖ in Österreich. Beispiel für Deutschland und Europa?'" (Berliner Brief 37/März 2001)

Zur Zeit bekommt von der Bundesregierung aus Mitteln der Presseförderung für das Jahr 2001 eine Subvention von ca. 800.000 Schilling


November 2001
Aus Anlass des vierjährigen Bestehens von Zur Zeit versammeln sich unter dem Motto "Europas Rechtsparteien und die Medien" auf Burg Kranichberg (Gloggnitz/NÖ) Vertreter mehrerer europäischer Rechtsaußenparteien. (Zur Zeit feierte Geburtstag » / Die Euro-Rechte pilgert nach Österreich »)
Unter der Leitung Mölzers diskutieren:
  • Bruno Mégret, Vorsitzender des rechtsextremen Mouvement National Republicain (MNR), einer Abspaltung von Le Pens Front National
  • Filip Dewinter, Vorsitzender des rechtsextremen Vlaams Blok
  • Alfred Mechtersheimer, Vorsitzender der Deutschland-Bewegung, der im Verfassungsschutzbericht 2003 des Landesamtes für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen vorgeworfen wird, Positionen zu vertreten, die "Anhaltspunkte für den Verdacht des Vorliegens einer rechtsextremistischen Bestrebung begründen"
  • István Csurka, Antisemit und Führer der ungarischen Partei der Gerechtigkeit und des Lebens (MIÉP)
2002
Referent bei einem Treffen der Jugendorganisation des rechtsextremen Vlaams Blok in Tirol

Referent bei einer von Vertretern der deutschen rechtsextremen Gruppen Gesellschaft für Freie Publizistik (GfP), Deutsche Liga für Volk und Heimat und Nation&Europa-Freunde organisierten Veranstaltung.

Aufgrund seiner Auftritte bei rechtsextremen Vereinigungen in Deutschland namentliche Erwähnung im Verfassungsschutzbericht 2002 des Landesamts für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen unter der Rubrik Rechtsextremismus.

Zur Zeit bekommt von der Bundesregierung aus Mitteln der Presseförderung für das Jahr 2002 eine Subvention von ca. 75.500 EUR

Teilnahme an einem Treffen von rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien (u. a. Vlaams Blok) in Kärnten


2003
Zur Zeit bekommt von der Bundesregierung aus Mitteln der Presseförderung für das Jahr 2003 eine Subvention von ca. 64.000 EUR


2004
Interview in der vom Parteivorstand der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), einer eng mit dem Neonazismus verknüpften Organisation, herausgegebenen Zeitschrift Deutsche Stimme (1/2004) zu den Themen "Drittes Lager, Globalisierung und europäische Zusammenarbeit".

Interview mit der rechtsextremen Zeitschrift Der Eckart ( 6/2004). Bezug nehmend auf die Frage nach der Rolle der Deutschen in der Europäischen Union sagt Mölzer u. a.:
"Die europäische Integration war also in ihren Anfängen auch ein Sieger-Projekt der Alliierten, das davon ausging, dass man Deutschland auf Dauer machtpolitisch niederhalten müsste."

Über eine Vorzugsstimmenkampagne (Mölzer "allein gegen die Linke" ») schafft Mölzer bei der EU-Wahl am 13. Juni den Einzug ins Europäische Parlament (21.980 Stimmen). Dort beginnt er umgehend, seine Anstrengungen zur Einigung der Euro-Rechten zu intensivieren.


2005
Am 16. März wurde Mölzer aufgrund ständiger Angriffe auf die Parteispitze in Zur Zeit aus der FPÖ ausgeschlossen. In der Folge kommt es zum Aufstand des rechten, burschenschaftlich dominierten Parteiflügels, welcher im April mit der Abspaltung des BZÖ endet.

Interview mit Mölzer in der rechtsextremen National-Zeitung (16/2005).

Mitorganisator eines Treffens europäischer rechtsextremer bis neofaschistischer Parteien in Wien, 11.-13. November (Treffen der Euro-Rechten in Wien »). Neben der FPÖ-Spitze waren Vertreter folgender Parteien und Organisationen bei diesem Treffen anwesend:
  • Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang, die Nachfolgeorganisation des im Jahre 2004 aufgrund anhaltender Verstöße gegen das belgische Anti-Rassismusgesetz behördlich aufgelösten rechtsextremen Vlaams Blok (VB)
  • Bruno Gollnisch, stellvertretender Parteivorsitzender des französische Front National (FN)
  • Alessandra Mussolini von der Azione Sociale, einem Parteienbündnis, das sich aus drei neofaschistischen Organisationen zusammensetzt: Movimento Sociale - Fiamma Tricolore (MSFT), Forza Nuovo (FN) und Fronte Sociale Nazionale (FSN). Von der Azione Sociale haben an diesem Treffen noch Luca Romagnoli (Generalsekretär der MSFT) und Roberto Fiore (Mitbegründer der FN) teilgenommen
  • Petre Popeanga, stellvertretender Vorsitzender der Großrumänienpartei (PRM)
  • Volen Siderov, Vorsitzender der bulgarischen Partei Ataka
  • Rafael Lopez, Vorsitzender der spanischen Alternativa Espanola (AES)

2006
Als Referent bei dem vom 28.-30. April stattfindenden Kongress der deutschen rechtsextremen Gesellschaft für Freie Publizistik e.V. (GFP) angekündigt.

Seit 1983 Veröffentlichungen u. a. in folgenden rechtsextremen Blättern Deutschlands und Österreichs:
Nation Europa, Deutsche Annalen, Die Kameradschaft, NHB-report (war die Zeitschrift des Nationaldemokratischen Hochschulbundes, einer Studentenorganisation der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands), Junge Freiheit, Staatsbriefe, Aula.


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