Schwerpunkt NS-Medizinverbrechen

Der Krieg gegen die "Minderwertigen":
Zur Geschichte der
NS-Medizin in Wien
(Ausstellungs- und Webprojekt)

Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Mag. Brigitte Bailer-Galanda, Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer

Projektbetreuung: Dr. Mag. Herwig Czech, Mag. Peter Schwarz

Projektinhalt:

Die Medizin übernahm im Nationalsozialismus eine neue Aufgabe: die „Ausmerzung“ von als „minderwertig“ qualifizierten Menschen. Personen mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten, Angehörige sozialer Randgruppen und Unangepasste wurden verfolgt, eingesperrt und der Vernichtung preisgegeben. Die Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ - das heutige Otto Wagner-Spital - wurde in den Jahren nach dem „Anschluss“ 1938 zum Wiener Zentrum der NS-Tötungsmedizin, die mindestens 7500 „Steinhof“-PatientInnen das Leben kosten sollte.

Ausgehend von den Geschehnissen auf dem Gelände der Anstalt „Am Steinhof“ dokumentiert die vom DÖW erstellte virtuelle Ausstellung Der Krieg gegen die „Minderwertigen“: Zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Wien (www.gedenkstaettesteinhof.at; deutsch /englisch) bzw. eine vom DÖW betreute Gedenkstätte im Otto Wagner-Spital (Baumgartner Höhe 1, Pavillon V-Gebäude, 1140 Wien) die Hintergründe der Verbrechen und den Umgang damit bis in die jüngste Vergangenheit. In der Gedenkstätte werden kostenlose Führungen für Gruppen ebenso wie Gespräche mit ZeitzeugInnen angeboten; für Interessierte aus dem Ausland liegen dort die englischsprachigen Texte der Ausstellungswebsite auf. Aufgrund des großen Interesses ist die Gedenkstätte seit Oktober 2009 auch am Samstag für BesucherInnen geöffnet.

Die Ausstellung wurde 2008 mit Unterstützung der Stadt Wien, des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus sowie des Wiener Krankenanstaltenverbunds völlig neu gestaltet.


Die Ausstellungsthemen im Überblick

  1. Vom "Narrenturm" zum Steinhof: Die Entwicklung der Wiener "Irrenpflege"


  2. Rassenwahn und Menschenzucht: Eugenik und Rassenhygiene als Fundamente der NS-Ideologie


  3. Die "Reinigung des Volkskörpers": Medizin in Deutschland 1933 bis 1938


  4. Verfolgt und vertrieben: Der Exodus der Wiener jüdischen Ärzteschaft


  5. Selektion und Fürsorge: Das Wiener Hauptgesundheitsamt und die "Erb- und Rassenpflege"


  6. Wissenschaft und Rassismus: Die Rolle der Anthropologie in der NS-"Rassenpolitik"


  7. Die staatliche Kontrolle der Fortpflanzung: Zwangssterilisierungen und Eheverbote


  8. "Aktion T4": Die Vernichtung der Behinderten und psychisch Kranken


  9. "Euthanasie" und Holocaust: Der Beitrag der Medizin zur Vernichtung der Juden


  10. Diagnose: "unbrauchbar": Die Ermordung behinderter Kinder am Spiegelgrund


  11. "Dauerhaft unerziehbar": NS-Zwangserziehung im Reichsgau Wien


  12. Opposition und Widerstand gegen die NS-Euthanasie


  13. "Gemeinschaftsfremd": Die Verfolgung abweichenden Verhaltens im Nationalsozialismus


  14. Mord durch Hunger: Das Massensterben am Steinhof 1940 bis 1945


  15. Zwangsarbeit und Rassenkrieg: Bevölkerungspolitische Maßnahmen gegen "fremdvölkische Arbeitskräfte" und ihre Kinder


  16. Nachkrieg: Die stille Amnestie der NS-Ärzte und die Verdrängung der Opfer


  17. Der lange Schatten der NS-Psychiatrie: Der Fall Dr. Heinrich Gross


  18. Bio-Psychiatrie, Genetik und "Euthanasie" heute
Ort:
Pavillon V,
Sozialmedizinisches Zentrum
Baumgartner Höhe,
Otto-Wagner-Spital,
Baumgartner Höhe 1,
1140 Wien


Öffnungszeiten:
MI-FR (werktags)
10.00-17.00 Uhr,
SA (werktags)
14.00-18.00 Uhr

an anderen Tagen und
während der Schulferien
nach Vereinbarung


Internet:
www.gedenkstaettesteinhof.at


Eintritt frei!
Kostenlose Führungen nach
Voranmeldung


Kontakt:
Tel.:
01/22 89 469/319,
e-mail:
office@doew.at


Luftaufnahme
Der Steinhof in den 1930-er
Jahren (Foto: media wien)


Präparateraum
Die Gehirnpräparatesammlung
von Opfern der
NS-Kindereuthanasie in der
Prosektur des ehemaligen
Steinhof vor der Bestattung im
April 2002 (Foto: media wien)


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