Deportationen im Frühjahr 1942 - "Aktion Reinhard" und weitere Mordaktionen

Im Frühjahr 1942 gingen fünf Deportationstransporte mit insgesamt 5.000 Menschen von Wien nach Izbica bzw. Wlodawa im Distrikt Lublin im "Generalgouvernement", wo die Deportierten auf die schon bestehenden Ghettos aufgeteilt wurden.

Zu dieser Zeit hatte bereits unter der Leitung des aus Österreich stammenden SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin, SS-Brigadeführer Odilo Globocnik, die planmäßige Ermordung der im "Generalgouvernement" lebenden Jüdinnen und Juden begonnen, die später in Erinnerung an den im Mai 1942 von tschechischen Widerstandskämpfern ermordeten Leiter des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) Reinhard Heydrich unter der Bezeichnung "Aktion Reinhard" ablief. Die Schlüsselpositionen in der Durchführung dieses Vernichtungsprogrammes waren durchwegs von "bewährtem" Personal der Euthanasie-Aktion "T4" besetzt.

Zur Durchführung der Massenmorde wurde noch Ende 1941 mit der Errichtung eigener Vernichtungsstätten in Belzec, Sobibor und Treblinka begonnen, wo bis gegen Jahresende 1943 beinahe alle jüdischen Bewohner des "Generalgouvernements" sowie Jüdinnen und Juden aus Österreich, der Slowakei sowie dem "Protektorat Böhmen und Mähren" ermordet wurden.

Nur ein von Wien abgehender Deportationstransport fuhr direkt nach Sobibor. Die übrigen österreichischen Opfer der "Aktion Reinhard" wurden aus den Ghettos des "Generalgouvernements", in die sie 1941/42 deportiert worden waren, bzw. aus dem Ghetto Theresienstadt in die Vernichtungslager gebracht. Zur selben Zeit erfolgten die Deportationen der jüdischen Bewohner des "Warthegaus" (Nordpolen), insbesondere aus dem Ghetto Lodz/Litzmannstadt, in das Mordzentrum Chelmno/Kulmhof. Weitere Transporte gingen 1942/43 in das KZ und Vernichtungslager Majdanek/Lublin.

Noch im Juli 1942 ging ein Transport mit 1.000 Menschen von Wien nach Auschwitz. Die Mordeinrichtungen dieses Konzentrations- und Vernichtungslagers wurden bereits vor dem Ende der "Aktion Reinhard" erweitert, so dass Auschwitz-Birkenau in der Folge zum zentralen Ort der Massenmorde an den europäischen Juden wurde.


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