Deportationen in das "Generalgouvernement", Februar/März 1941

Der Anstoß, bereits vor dem Beginn eines allgemeinen, das gesamte "Großdeutsche Reich" betreffenden Deportationsprogramms Anfang 1941 Deportationen österreichischer Juden von Wien in das "Generalgouvernement" im ehemaligen Polen durchzuführen, ging vom neuen Reichsstatthalter von Wien Baldur von Schirach aus, der damit einem Wunsch der Wiener NSDAP nach Freimachung jüdischer Wohnungen nachkam. Die Zustimmung Hitlers zu Deportationen von Juden aus Wien wurde Schirach in einem Schreiben des Chefs der Reichskanzlei vom 3. Dezember 1940 mitgeteilt. Hitler hatte nach einem von Schirach erstatteten Bericht entschieden, "dass die in dem Reichsgau Wien noch wohnhaften 60.000 Juden beschleunigt, also noch während des Krieges, wegen der in Wien herrschenden Wohnungsnot ins Generalgouvernement abgeschoben werden sollen".

Obwohl von Hitler die Zwangsvertreibung von 60.000 Personen genehmigt worden war, unterbrachen die Organisatoren dieses Programm nach fünf Deportationstransporten. Die mehr als 5.000 Opfer der nach den Niskotransporten von 1939 ersten Massendeportationen aus Wien wurden auf die polnischen Kleinstädte Opole, Kielce, Modliborzyce, Lagow und Opatow verteilt und in die dort bestehenden Ghettos eingewiesen.

Die meisten der im Februar/März 1941 in das "Generalgouvernement" deportierten Männer, Frauen und Kinder aus Wien fielen den im Frühjahr und Sommer 1942 in den polnischen Ghettos durchgeführten "Auskämmaktionen" zum Opfer und wurden gemeinsam mit polnischen Juden aus den einzelnen Orten in den Vernichtungslagern der "Aktion Reinhard" ermordet.


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