Schwerpunkt Holocaust

Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaustopfer
(vorläufig abgeschlossen)

Projektbetreuung: Dr. Gerhard Ungar, Mag. Gisela Wibihail
Anfragen: erfassung@doew.at

Projekt "Namentliche Erfassung" online
Datenbank (über 62.000 Namen) und Dokumentation zur Shoah der österreichischen Jüdinnen und Juden.
Neuer Zugang mit zusätzlichen Informationen über die DÖW-Ausstellungswebsite.
Projektinhalt: Im Rahmen des von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem initiierten und vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebenen Projekts arbeitet das DÖW seit 1992 an der Erfassung der biographischen Daten und Todesumstände aller österreichischen Holocaustopfer.

Ausgangspunkt der Arbeiten waren die Deportationslisten der Großtransporte aus Wien und die Deportationskartei der Israelitischen Kultusgemeinde. Mittlerweile wurden vom Projektteam der Namentlichen Erfassung ca. 450.000 Datensätze zu den rund 65.000 jüdischen Österreicherinnen und Österreichern gesammelt, die zwischen 1938 und 1945 in Österreich durch Mord oder Selbstmord ums Leben kamen, aus Österreich deportiert wurden oder als Flüchtlinge in anderen europäischen Staaten von den nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen eingeholt wurden.

Seit Oktober 2000 können BesucherInnen des Museums Judenplatz in Wien die (vorläufigen) Ergebnisse des Projekts auf PCs abrufen: rund 62.000 Opfer sind in einer Datenbank mit Namen, Geburtsdatum, letztem Wohnort und Deportationsziel vermerkt, bei rund einem Drittel ist derzeit auch das Datum des Todes angegeben. Die Datenbank ist Teil einer umfassenden Multimedia-Dokumentation, die detaillierte historische Informationen zu den Voraussetzungen, dem Ablauf und den Methoden des Genozids liefert. Eine gekürzte Version ist seit Jänner 2001 in die DÖW-Homepage integriert.

Mit der Herausgabe einer CD-ROM mit Informationen zum Schicksal von ca. 62.000 österreichischen Holocaustopfern wurde das Projekt im November 2001 vorläufig abgeschlossen.

Auch nach dem vorläufigen Abschluss des Projekts werden neue Opfernamen in die Datenbank aufgenommen bzw. erhalten wir zahlreiche Anfragen von Angehörigen von Holocaustopfern aus dem In- und Ausland.

Mit den vom DÖW zur Verfügung gestellten Daten wurde von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in der Synagoge eine Gedenkstätte mit den Namen von 62.000 Opfern gestaltet.

Fragebogenaktion: Im Rahmen des Projekts führt das DÖW eine Fragebogenaktion durch. Personen die Angaben zu österreichischen Opfern des Holocaust machen können, werden gebeten, Fragebogen (deutsch/englisch) auszufüllen.

Publikationen:
CD-ROM
Die österreichischen Opfer des Holocaust
The Austrian Victims of the Holocaust

Wien 2001

Florian Freund/Hans Safrian, Vertreibung und Ermordung. Zum Schicksal der österreichischen Juden 1938-1945. Das Projekt "Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaustopfer", hrsg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien 1993.

Florian Freund/Hans Safrian, Expulsion and Extermination. The Fate of the Austrian Jews 1938-1945. Project "Registration by Name: Austrian Victims of the Holocaust", issued by the Austrian Resistance Archive, Vienna 1997.

Weitere Informationen:
Gedenkkomplex Judenplatz: Ort des Lernens - Ort der Erinnerung

"... inwiefern das Projekt im Sinne des Landes Kärnten ist". Die Holocaust-Gedenkstätte auf dem Wiener Judenplatz und die "Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaustopfer"


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