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Herwig Czech
Das Wiener Gesundheitsamt und die Umsetzung
der nationalsozialistischen
"Erbgesundheitspolitik"
1938 bis 1945
(Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte 41)
Deuticke 2003, EUR 19,90
Inhaltsverzeichnis »
In keinem Staat der Geschichte spielte die Medizin eine ähnlich inhumane Rolle wie
im "Dritten Reich". Das ideologische Ziel einer "erbgesunden", "rassisch reinen" und
leistungsfähigen "Volksgemeinschaft" beinhaltete die Diskriminierung, Aussonderung und
oft Vernichtung von als "minderwertig" definierten Menschen. Im Rahmen der "Erb- und
Rassenpflege" durchkämmte das Gesundheitsamt die Bevölkerung nach sozial Unangepassten,
geistig Behinderten und psychisch Kranken. Allein in Wien wurden mehr als 700.000 Personen
im Hinblick auf eventuelle rassenhygienische Maßnahmen erfasst, wobei das Spektrum von der
systematischen Diskriminierung bei der Vergabe von Sozialleistungen über staatlich erzwungene
Sterilisierung, Internierung in Jugendfürsorgeanstalten und Zwangsarbeitslagern bis hin zur
Ermordung im Rahmen der "Euthanasie" reichte.
Das Buch untersucht auf der Grundlage von zahlreichen bisher unbearbeiteten Originalquellen
die Praxis der nationalsozialistischen "Erb- und Rassenpflege" in Wien. Wichtige Schwerpunkte
sind dabei u. a. die "erbbiologische Bestandsaufnahme", die Jugendfürsorgeanstalt und Tötungsklinik
"Am Spiegelgrund", die Ermordung von Wiener PsychiatriepatientInnen in Hartheim und die Beteiligung
der Gesundheitsverwaltung an der Verfolgung von Juden, "Zigeunern", "Asozialen" und ausländischen
Zwangsarbeiterinnen. Ein ausführliches Kapitel ist der wissenschaftlichen Forschung an "Euthanasie"-Opfern
in der Zweiten Republik gewidmet.
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- INHALT
Vorwort
Einleitung
- Problemstellung
Forschungsstand und Quellenlage
- Organisatorische Voraussetzungen der NS-Gesundheitspolitik
in Wien
- Kommunale Gesundheitsverwaltung und "Rassenpolitik"
- Entlassungen und Enteignungen im Gesundheitsbereich
Der Beitrag der Gesundheitsverwaltung zur Judenverfolgung
Erfassung und Deportation der Wiener "Zigeuner"
Das anthropologische Referat der Abteilung "Erb- und Rassenpflege"
- Die Wiener Gesundheitsverwaltung und die "Aktion T4" (Exkurs)
- Die Vernichtungsanstalt Hartheim bei Linz
Die Deportationen aus Wiener Anstalten
- Die "erbbiologische Bestandsaufnahme"
- Ein Kataster des "Volkskörpers"
Die Durchführung in Wien
Interregionaler Vergleich
- Bevölkerungspolitik, Geburtenförderung und "positive Eugenik"
- Nationalsozialistische Säuglings- und Kleinkinderpädagogik
Der Wiener Geburtenboom 1938/39
Schwangeren-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge
Selektive Förderung: "Ehestandsdarlehen", Kinderbeihilfen, "Siedlerauslese" u.a.
- Der staatliche Zugriff auf die Fortpflanzung: Eheverbote, Sterilisierungen, Abtreibungen
- Das "Ehegesundheitsgesetz"
Zwangssterilisierungen und -abtreibungen im Rahmen des GzVeN
- Zwangsarbeit und "Rassenkrieg": Die "fremdvölkischen" Arbeitskräfte und ihre Kinder
- Die Angst vor der "biologischen Unterwanderung"
Das Schicksal der im Deutschen Reich geborenen ausländischen Kinder
Die Situation in Wien
- Städtische Jugendfürsorge und "Rassenhygiene"
- Die städtische "Kinderübernahmsstelle" (Küst)
Die "Wiener städtische Jugendfürsorgeanstalt 'Am Spiegelgrund'"
Wissenschaft und Jugendfürsorge: Begutachtung, Forschung, Selektion
Jugendfürsorge und "Rassenpolitik"
- Die Ermordung behinderter Kinder
- "Kindereuthanasie" im "Dritten Reich"
Die "Kinderfachabteilung" in der Anstalt "Am Spiegelgrund"
Wege auf den Spiegelgrund: Die Erfassung der Opfer
Wissenschaftliche Forschungen an Opfern der "Kindereuthanasie"
Die wissenschaftliche Verwertung der Spiegelgrund-Opfer nach 1945 (Exkurs)
- Die Verfolgung der "Asozialen"
- Die Wiener Gemeindeverwaltung und die Verfolgung der "Asozialen"
700.000 "Minderwertige"?
Zur quantitativen Dimension der "Erbgesundheitspolitik"
- Nachwort
Quellen- und Literaturverzeichnis
- Ungedruckte Quellen
Veröffentlichungen vor 1980
Veröffentlichungen ab 1980
- Personenindex
Abkürzungsverzeichnis
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