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Schiedel, Heribert: Der Rechte Rand. Extremistische Gesinnungen in unserer Gesellschaft. Wien: Edition Steinbauer 2007. 199 S.
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Mitteilungen 185
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In der öffentlichen Debatte wird der Begriff Rechtsextremismus nicht selten in einem Verständnis gebraucht, nach dem antidemokratisches Gedankengut lediglich am äußersten Rand und nicht in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen ist. In Konkurrenz dazu fungiert Rechtsextremismus als Etikett zur Stigmatisierung, mit dem fast alles versehen wird, was politisch abgelehnt wird. Heribert Schiedel hat mit seiner aktuellen Bestandsaufnahme über den österreichischen Rechtsextremismus eine Arbeit vorgelegt, die sich wohltuend jenseits dieser beiden Alltagsverständnisse positioniert: Er benennt antidemokratische und antiaufklärerische Positionen mit völkischem Hintergrund klar als solche, ungeachtet dessen, wer sie geäußert hat. Zugleich ist ihm Rechtsextremismus aber kein billiges Etikett, sondern eine durch zahlreiche Momente charakterisierte politische Ideologie. Dass Schiedel einer der besten und intimsten Kenner des österreichischen Rechtsextremismus ist, ist für die LeserInnen der DÖW-Mitteilungen keine Neuigkeit. Insofern soll hier hinsichtlich der unglaublichen Fülle an dokumentiertem Material lediglich berichtet werden, dass dieses durch das gesamte Buch hinweg immer wieder dazu genutzt wird, um theoretische Erkenntnisse der Rechtsextremismus-Forschung zu illustrieren. Schiedel interessiert sich dabei gleichermaßen für das parlamentarische bzw. parteiförmige Spektrum wie für das außerparlamentarische Spektrum der rechtsextremen (Sub-)Kultur. Die theoretische Integration beider Elemente erfolgt über eine sozialpsychologisch gebildete Populismus-Interpretation, nach der Masse wie Führung einander für wechselseitige Identifizierungs- und Projektionsvorgänge benötigen. So erscheinen die unterschiedlichen Artikulationsformen des österreichischen Rechtsextremismus auch nicht als getrennte Sphären, sondern als sich überlagernde und wechselseitig (re)generierende Elemente. Die Rechtsextremismus-Forschung benötigt Beiträge wie den von Schiedel dringend - nicht nur, weil Schiedel gut lesbar demonstriert, dass theoretische Reflexionen und präzise Faktenkenntnis sich nicht ausschließen, sondern hervorragend ergänzen (sollten), sondern auch, weil ein nach wie vor dringend gebotenes Nachdenken über Möglichkeiten, aber eben auch Grenzen der Bekämpfung von Rechtsextremismus nur auf einer solchen Basis möglich ist. Samuel Salzborn | |
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