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Verbot des Dichtersteins Offenhausen

Neues von ganz rechts - Mai 1998

Die Mai-Ausgabe der AULA zeigte sich enttäuscht: "Die Hatz ist nun zu Ende. Das Wild wurde gestellt, den Fangschuß gab auf lauten Zuruf einer linken Jagdgesellschaft der ansonsten so konziliant wirkende sozialistische Innenminister Karl Schlögl ab."

Unerwartet deutliche Schützenhilfe für den Verein Dichterstein Offenhausen kam von den Freiheitlichen. In gleich sechs (!) parlamentarischen Anfragen an den Bundesminister für Inneres versuchten freiheitliche Abgeordnete, die Rechtmäßigkeit des Bescheids der Bezirkshauptmannschaft Wels-Land, mit dem die Einstellung der Tätigkeit des rechtsextremen Vereins Dichterstein Offenhausen verfügt wurde, in Zweifel zu ziehen. Die FPÖ-Parlamentarier stellten dabei die Integrität und fachliche Autorität des Verfassungsjuristen Univ.-Prof. DDr. Heinz Mayer, dessen Gutachten eine Grundlage für das rechtliche Vorgehen gegen den Verein Dichterstein Offenhausen darstellte, in Frage und äußerten den Verdacht des "möglicherweise begangenen Verbrechens des Mißbrauchs der Amtsgewalt" seitens der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Wels-Land.

Das DÖW, das seit Jahren auf den Stellenwert des Vereins Dichterstein Offenhausen im deutsch-österreichischen Rechtsextremismus hingewiesen hat, begrüßte das Verbot des diesjährigen "Dichtersteintreffens" und die Einleitung behördlicher Schritte gegen den Verein aufgrund des Verdachts nationalsozialistischer Wiederbetätigung. Gerade in jüngster Zeit häuften sich Hinweise auf eine weitere Radikalisierung des 1963 von ehemaligen nationalsozialistischen Funktionären gegründeten Dichtersteins Offenhausen. Insbesondere die für heuer geplante Enthüllung eines "Namenssteins" für den hochrangigen belgischen SS-Mann Robert Jan Verbelen weist in diese Richtung. (Siehe auch: Dichterstein Offenhausen am Ende?, April 1998.)

 

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