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"Zur Zeit"-Gesellschafter in Nöten

Neues von ganz rechts - Dezember 2003

In Argumentationsnotstand geriet der Münchner Verleger Herbert Fleissner nach einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung (28. 11. 2003), in dem seine Beteiligung an der FPÖ-nahen Wochenzeitung Zur Zeit problematisiert wurde. Die SZ nennt das Blatt eine "Zeitung, deren Chefredakteur Andreas Mölzer [...] die Spalten gerne mit rechtsextremen Artikeln und unverhohlenem Antisemitismus füllt". Über seinen Verlag Langen Müller/Herbig ließ das CSU-Mitglied Fleissner ausrichten, dass er "keinen Einfluss auf den redaktionellen Inhalt" von Zur Zeit nehme. Da jedoch die Kritik nicht verstummen wollte, betonte Fleissner schließlich, nichts von den jüngsten antisemitischen Ausfällen in Zur Zeit (Zur Zeit und die "jüdische Weltherrschaft" ») gewusst zu haben. In einem Brief an die Israelitische Kultusgemeinde in München distanzierte er sich von "jeglichem Antisemitismus und Rassismus". Die SZ (6. 12. 2003) berichtete darüber hinaus, dass Fleissner angedeutet habe, die Beteiligung an Mölzers Wochenblatt abstoßen zu wollen.

Bei Zur Zeit reagierte man darauf mit der obligaten Mimikry: "Interviews wie etwa mit dem Nationalratspräsidenten Andreas Khol oder dem Oberrabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinde in Wien, Moishe Arye Friedman" (Rassenkunde und Verschwörungstheorie in Zur Zeit ») dienten als Beweis, "dass hier weder Rechtsextremismus noch Antisemitismus gepflogen wird." (Zur Zeit 49/2003, S. 26) Zur Zeit sei vielmehr ein "geradezu gutbürgerlich-konservatives Blatt mit positiv-kritischem Naheverhältnis zu den beiden Regierungsparteien".

 

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