logo
logo

1938 in den Erlebniswelten von KünstlerInnen

Nationalsozialistische Kulturpolitik


Allein im Bereich des Musiktheaters sahen sich binnen weniger Wochen rund 1.200 Personen aus dem Kulturbetrieb ausgegrenzt und mit Arbeitsverbot belegt. Manche wollten oder konnten nicht ins Exil gehen oder wurden von den deutschen Truppen während der Angriffskriege wieder eingeholt. Die meisten von diesen wurden in weiterer Folge interniert und größtenteils in den Vernichtungslagern umgebracht. Viele Künstler überlebten auch das "Prominentenghetto" Theresienstadt nicht. Die politischen Verhaltensweisen der "Daheimgebliebenen" reichten von Anbiederung an die "Mächtigen" aus ideologischen oder opportunistisch karriereorientierten Gründen bis zu subtil-subjektivem Widerstand und Verfolgung durch das NS-Regime. Der Mythos der unpolitischen Kultur lässt sich für die Zeit des Nationalsozialismus nicht aufrecht erhalten, wohl aber gab es selbst in diesem totalitären Regime eine Bandbreite für menschliches und politisch korrektes Verhalten - eine Bandbreite, die jedoch selten zur Gänze ausgeschöpft wurde.


 


» weiter

Unterstützt von: