Wilde Minze

Ein Film von Jenny Gand und Lisa Rettl
Mit Helga Emperger

Dokumentarfilm / A 2009 / 85min. / DV / Farbe
Regie / Kamera / Schnitt: Jenny Gand
Interview / Recherche / Produktion: Lisa Rettl
Buch: Jenny Gand & Lisa Rettl
Filmmusik / Tonmischung / Farbkorrektur: Michael Dörfler
Grafik: Larissa Cerny
Konsulenten: Peter Pirker & Robert Schabus


Wilde Minze erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochterbeziehung über den Tod hinaus. Die Geschichte von starken, mutigen, kämpferischen Frauen. Von PartisanInnen und Deserteuren. Vom Überleben und Weiterleben. Von der Vergangenheit in der Gegenwart und den langlebigen Folgen des Nazi-Terrors.

"Sie hat mir ein Leben lang gefehlt", sind die Worte Helga Empergers über den Verlust ihrer Mutter. Ein Leben, dem sie selbst trotz allem mit großer Freude begegnet.

Kärnten, 23. Dezember 1944: In Graz werden nach einem Urteil des berüchtigten Volksgerichtshofpräsidenten Roland Freisler acht Todesurteile vollstreckt. Unter den Ermordeten: die Villacher Kommunistin Maria Peskoller. Ihre Tochter, die damals knapp 16-jährige Helga Peskoller, entgeht einer Anklage und überlebt. Dazwischen liegen Gestapohaft von Mutter und Tochter und schließlich: Der letzte Abschied.

Mit der berührenden, 85-minütigen Dokumentarfilmerzählung Helga Empergers legen die Filmemacherin Jenny Gand und die Historikerin Lisa Rettl sowohl ein zeitgeschichtlich als auch aktuell politisch höchst relevantes Dokument vor: Am 7. Oktober 2009 wurde im Justizausschuss nach jahrelangem Ringen um die Rehabilitierung von Deserteuren ein diesbezüglicher Gesetzesantrag angenommen, wonach nun sämtliche Urteile des Volksgerichtshofs, der Sonder- und Standgerichte sowie der sogenannten Erbgesundheitsgerichte pauschal aufgehoben werden.

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Dezember 2009 wurden 64 Jahre nach Kriegsende die Opfer der NS-Unrechtsjustiz offiziell rehabilitiert. Damit rückt Wilde Minze diese lange marginalisierte Opfergruppe in einer sehr persönlichen, biographischen Erzählung in den Mittelpunkt des aktuellen politischen Geschehens. Der Film gibt weiblichen Erfahrungen eine Stimme und rückt jene Frauen in den Vordergrund, die durch ihre Unterstützung von Deserteuren selbst Opfer einer gnadenlosen Unrechtsjustiz wurden. Quasi en passant wird dabei ein Stück Regionalgeschichte Kärntens beleuchtet, das in der bisherigen zeitgeschichtlichen Forschung noch kaum zum Thema gemacht wurde. Foto Copyright © Jenny Gand 2009

Weitere Infos zum Film und seinem historischen Hintergrund: www.wildeminze.at

Informationen zu den Kärntner PartisanInnen »

Zeit:
Samstag,
27. 2. 2010,
17.30 Uhr


Ort:
Filmhaus am
Spittelberg,
Spittelbergg. 3,
1070 Wien


Voranmeldung,
Kartenreservierung:
Tel.:
+43 (0)1 / 522 48 16


Veranstalter:
FrauenFilmTage 2010,
www.frauenfilmtage.at



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