"Denk-Ort" im Wiener Stadtzentrum eröffnet
Gedenkstätte für die Opfer der Gestapo Wien |
Mitteilungen 202
Juli 2011 |
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Texte und Bilder der Ausstellung im Internet:
Bundespräsident Heinz Fischer und Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny bei der Eröffnung am 26. Mai 2011
Bundespräsident Fischer verwies in seiner Ansprache auf die Geschichte der 1968 eingerichteten Gedenkstätte und erinnerte auch an seinen Schwiegervater Otto Binder, der von der Gestapo nach dem "Anschluss" 1938 festgenommen worden war und nach einjähriger Haft in den KZ Dachau und Buchenwald nach Schweden ausreisen konnte. ÖsterreicherInnen seien aber nicht nur Opfer, sondern "im Rahmen des NS-Regimes und -Terrors auch Täter" gewesen - deshalb gelte es, nach dem Motto der sozialdemokratischen Widerstandskämpferin Rosa Jochmann, die selbst mehrere Jahre im Frauen-KZ Ravensbrück inhaftiert war, zu handeln: "Verzeihen ja, aber niemals vergessen!" Auch der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny betonte die Notwendigkeit der historischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und unterstrich die Wichtigkeit der Gedenkstätte insbesondere auch für die Auseinandersetzung mit jenen, "für die es heute noch schwierig ist, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren". Anhand neuer Forschungsergebnisse verschränkt die Ausstellung am Ort des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers die historische Darstellung der Rolle der Gestapo Wien mit der Erinnerung an die Opfer. "Die Verhaftung durch die Gestapo zwischen 1938 und 1945 bedeutete für die Betroffenen meist den Beginn eines jahrelangen Leidensweges durch Gefängnisse und Konzentrationslager. Für viele war es auch die erste Station auf dem Weg in den Tod", so Brigitte Bailer, wissenschaftliche Leiterin des DÖW.
Für die Planung der Gedenkstätte zeichnete der Wiener Architekt Georg Friedler - selbst im französischen Exil geboren - verantwortlich. Sein Anliegen war es, der Ausstellung "einen würdigen, zeitgemäßen und in der Öffentlichkeit präsenten Rahmen" zu geben. Inhaltlich wurde die Ausstellung von DÖW-Mitarbeiterin Elisabeth Klamper in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen wissenschaftlichen Leiter des DÖW Wolfgang Neugebauer und dem Historiker Thomas Mang gestaltet. Als berührenden Abschluss der Eröffnungsfeierlichkeiten lasen am Abend Elisabeth Orth, Cornelius Obonya und Otto Tausig im Barocksaal des Alten Wiener Rathauses unter der Moderation von Peter Huemer aus Texten von Opfern und Tätern.
Die Gedenkstätte wurde errichtet mit Unterstützung von
Foto: Walter Filip, Wien |
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