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Neue Publikation der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz Das KZ Lublin-Majdanek und die Justiz
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Mitteilungen 202
Juli 2011 |
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Die jüngste Veröffentlichung der am DÖW angesiedelten Forschungsstelle Nachkriegsjustiz - vorgestellt im Rahmen des Symposiums zum Düsseldorfer Majdanek-Prozess (1975-1981) im Landgericht Düsseldorf am 30. Juni 2011 (Präsentation ») - ist im Verlag CLIO, Graz erschienen. Der Lager-Komplex Lublin-Majdanek erfüllte zentrale Funktionen für den Massenmord der Aktion Reinhardt. In diesem Buch wird unter anderem der Frage nachgegangen, in welchem Ausmaß Staatsanwaltschaften und Gerichte in Österreich, Deutschland und Polen dazu beigetragen haben, die Verbrechen im KZ Lublin-Majdanek aufzuklären. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse der Methoden und "Effizienz" der Strafverfolgung in den drei Ländern. Die ab November 1944 geführten polnischen Prozesse werden in dieser Publikation zum ersten Mal in deutscher Sprache ausführlich dargestellt und mit den bereits 1943 einsetzenden Bemühungen polnischer Juristen zur Kodifikation und praktischen Anwendung von strafrechtlichen Normen zur Verfolgung des nationalsozialistischen Völkermordes in Beziehung gesetzt. Sowohl in der BRD als auch in Österreich war der Komplex Lublin-Majdanek seit den 1960er Jahren Gegenstand umfangreicher staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. In der BRD führten diese Ermittlungen zu mehreren Prozessen; das letzte Urteil erging 1999. Das wichtigste Verfahren war der Düsseldorfer Majdanek-Prozess (1975-1981). Dieser größte Strafprozess der deutschen Rechtsgeschichte setzte hinsichtlich des Umgangs mit den in den Zeugenstand gerufenen Opfern von Kriegs- und Humanitätsverbrechen richtungsweisende Maßstäbe, die bis in die unmittelbare Gegenwart fortwirken. Das große, in Graz geplante, österreichische Majdanek-Verfahren wurde hingegen 1973 ohne Anklageerhebung eingestellt. Für die Überlebenden bedeutete dieses besonders deutlich gewordene Unvermögen der österreichischen Justiz, lange zurückliegende Massenverbrechen zu ahnden, die Verweigerung von Gerechtigkeit. Claudia Kuretsidis-Haider, Irmgard Nöbauer, Winfried R. Garscha, Siegfried Sanwald, Andrzej Selerowicz (Hrsg.)
Das KZ Lublin-Majdanek und die Justiz |
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