Fachtagung


A wie Asozial, Z wie Zigeuner

Analyse und Prävention Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit von Jugendlichen

Ehrenschutz: Präsidentin des Nationalrats, Mag. Barbara Prammer


Das in Europa verstärkt auftretende Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit erfasst auch Jugendliche und Jugendkulturen in Österreich. Im Rahmen der Tagung sollen die spezifischen Hintergründe und Bedingungen diskutiert werden, um die Verantwortung von Politik und Gesellschaft einzufordern, sowie effektive Gegenstrategien und pädagogische Konzepte ausgetauscht und erarbeitet werden. ExpertInnen und Jugendliche berichten über die "österreichischen Zustände", es werden Projekte, Einrichtungen, Initiativen, NGOs und didaktische Materialien vorgestellt.

Über Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit:

Der deutsche Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer, der an der Universität in Bielefeld lehrt, befasst sich mit den aktuellen Entwicklungen des Rechtsextremismus, der Gewalt und der Fremdenfeindlichkeit. Er arbeitet an einer zentralen These, dem sogenannten Desintegrationstheorem. Dieses ist die theoretische Basis für das in Europa verstärkt auftretende Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Unter Desintegration versteht Heitmeyer die nicht eingelösten Versprechungen gesellschaftlicher und politischer Institutionen, dem Einzelnen die Sicherung seiner materiellen Grundlagen, die soziale Anerkennung und die persönliche Unversehrtheit zu garantieren. Wird die Teilhabe an materiellen Gütern gefährdet, werden demokratisch-rechtsstaatliche Verfahren als parteipolitisch und willkürlich empfunden und sind die Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung massiv beeinträchtigt, findet die geglückte Integration in die Gesellschaft für das Individuum nur beschränkt statt. Sinken zudem die Zugangschancen zu Bildung und Wohlstand und greift die Ökonomisierung aller Lebensbereiche um sich, kommt es auf der sozioemotionalen Ebene zur Destabilisierung. Die wachsende soziale Desintegration verursacht Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.


Veranstaltet von der Österreichischen Liga für Menschenrechte in Kooperation mit: ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), VIDC Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit, Gesellschaft für bedrohte Völker, Mauthausen Komitee Österreich, Republikanischer Club, Wiener Jugendzentren, zentrum polis, wienX-tra, Wiener Stadtschulrat, ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, Back-Bone 20 - Mobile Jugendarbeit, Weiße Feder.

Zeit:
Montag,
20. 9. 2010,
15.00-22.00 Uhr


Ort:
Festsaal des Wiener Stadtschulrats,
Wipplingerstr. 28,
1010 Wien


Programm »
(PDF, 291 KB)


Anmeldungen bis 15. 9. 2010:
office@liga.or.at



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