Buchpräsentation / Vorträge


Transitional Justice: Gerechtigkeit nach Diktatur und Krieg

Das österreichische Kriegsverbrechergesetz vom 26. Juni 1945 und die Ahndung von Menschenrechtsverletzungen heute


Die Frage, wie Gesellschaften mit Verbrechen umgehen, die zur Zeit ihrer Begehung staatlich angeordnet oder geduldet wurden, sowie die Frage, ob es heute noch Sinn macht, Gerichtsprozesse wegen nationalsozialistischer Verbrechen zu führen, sind die beiden zentralen Themen der im Verlag CLIO erschienenen Publikation der Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz.

Begrüßung (in Vertretung von
Frau BM Mag. Claudia Bandion-Ortner)
Oberstaatsanwalt Mag. Thomas Grünewald
(Bundesministerium für Justiz)


Moderation
Mag. Friedrich Forsthuber
(Präsident des Landesgerichts für Strafsachen Wien)


Vorstellung des Buches
Gerechtigkeit nach Diktatur und Krieg. Transitional Justice 1945 bis heute: Strafverfahren und ihre Quellen
Dr. Claudia Kuretsidis-Haider und Dr. Winfried R. Garscha
(Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW)


Statements
Gerechtigkeit nach Diktatur und Krieg aus juristischer Sicht
Univ.-Prof. Dr. Frank Höpfel
(Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien, Ad-litem-Richter am Jugoslawien-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag)

"Ordnung schaffen im eigenen Haus" - Der erste Justizminister der Zweiten Republik Josef Gerö und die Bestrafung der NS-Täter durch österreichische Gerichte
Mag. Eva Blimlinger
(Universität für angewandte Kunst Wien)

Claudia Kuretsidis-Haider / Winfried R. Garscha (Hrsg.): Gerechtigkeit nach Diktatur und Krieg. Transitional Justice 1945 bis heute: Strafverfahren und ihre Quellen (= Band 3 der Veröffentlichungen der Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz)

Inhalt

Winfried R. Garscha / Claudia Kuretsidis-Haider: Vorwort

I. METHODEN ZUR WIEDERHERSTELLUNG DER GERECHTIGKEIT

Wolfgang Form: Dealing with the Past. Transitional Justice-Maßnahmenkataloge für den Umgang mit der Vergangenheit

Otto Triffterer: Vergangenheitsbewältigung - Transitional Justice - Post-war Justice: Juristische und politische Modelle zum Umgang mit schweren Menschenrechtsverletzungen

Astrid Reisinger Coracini: Die Rezeption der Nachkriegsjustiz durch internationale Strafgerichte im Lichte der Völkerrechtsquellenlehre

Roland Miklau: Verbrechen gegen die Menschlichkeit - Eine Herausforderung für das Strafrecht

Peter Steinbach: Verbrecherischer Staat - Verantwortung des Einzelnen. Bemerkungen zur strafrechtlichen Verfolgung von Makroverbrechen

Wolfram Pyta: Prozesse gegen NS-Verbrecher als symbolische Ordnungen der Erinnerung an den Holocaust - Überlegungen zum erinnerungskulturellen Stellenwert der strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen

II. RECHTSFORTBILDUNG IN AUSEINANDERSETZUNG MIT VERGANGENEM UNRECHT

Witold Kulesza: Der Beitrag der polnischen Nachkriegsjustiz zum europäischen Rechtskulturerbe am Beispiel zweier Prozesse wegen der Massenmorde im Warthegau (Posen, Kulmhof)

Martin F. Polaschek: 60 Jahre danach - Südkoreas Auseinandersetzung mit der japanischen Besatzungszeit

Klaus Marxen: Die Strafverfolgung von DDR-Unrecht - ein Beitrag zur Verwirklichung von Transitional Justice?

III. VERWEIGERTE GERECHTIGKEIT

Hermann Frank Meyer: Ungesühnte Kriegsverbrechen in Südosteuropa am Beispiel der 717. Infanterie- bzw. 117. Jäger-Division und der 1. Gebirgs-Division

Stefan Klemp: Machen NS-Prozesse heute noch Sinn? Gedanken zum "Desaster" der Ermittlungen gegen NS-Täter in der Bundesrepublik (Westdeutschland)

Efraim Zuroff: Wozu heute noch justizielle Verfolgung von NS-Tätern? Austria’s Failure to Prosecute Nazi War Criminals 2003-2008: The Squandering of an Important Opportunity to Help Austria to face Its Holocaust Past (engl.)

IV. VOM SCHWIERIGEN UMGANG MIT DEN QUELLEN

Joachim Riedel: Der Wert von Justizakten als historische Quelle aus Sicht eines Juristen

Lorenz Mikoletzky: Zur Bedeutung von Gerichtsakten für das Österreichische Staatsarchiv und für Archive generell - Eine Annotation aus österreichischer Sicht

Dick de Mildt: Die Stecknadel im Heuhaufen. Die Amsterdamer Urteilssammlung und der Prozess Demjanjuk

Zeit:
Donnerstag,
24. 6. 2010,
17.00 Uhr


Ort:
Großer Schwurgerichtssaal des Landesgerichts für Strafsachen Wien,
Landesgerichtsstr. 11
(Eingang Frankhplatz 1),
1080 Wien


Eintritt frei!


Veranstalter:
Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW


Buchbestellung:
CLIO Verlag,
Tel.
0316/ 35 71 94,
e-mail:
heimo.halbrainer
@clio-graz.net
,
web:
www.clio-graz.net



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