Buchpräsentation / Lesung

Apokalyptische Jahre

Die Tagebücher der Therese Lindenberg
1938 bis 1946

hrsg. von Christa Hämmerle und Li Gerhalter
unter Mitarbeit von Ingrid Brommer und Christine Karner

Böhlau Verlag 2010, 389 S.


Programm

Einleitende Worte von
Danielle Spera (Leiterin des Jüdischen Museums)

Johannes van Ooyen (Böhlau Verlag)

Edith Saurer (Leiterin der Forschungsplattform "Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte" der Universität Wien)

Ruth Steiner (Enkelin von Therese Lindenberg)

Li Gerhalter (Herausgeberin)

Christa Hämmerle (Herausgeberin)


Lesung
Johanna Mertinz (Volkstheater) liest aus den Tagebüchern der Therese Lindenberg


Umtrunk

"Unsere Herzen sanken. Ganz tief, ganz tief": So schrieb Therese Lindenberg (1892-1980) angesichts der Novemberpogrome des Jahres 1938, die in der sogenannten "Reichskristallnacht" vom 9. auf den 10. November gipfelten. Ihre in zwei Fassungen erhalten gebliebenen Tagebücher aus der Zeit von 1938 bis 1946, denen sie selbst den Titel Die apokalyptischen Jahre gab und deren Edition nun erstmals präsentiert wird, erinnern auch an diese Nacht des Schreckens und antijüdischen Terrors in Wien vor 72 Jahren. Als Ganzes gelesen, zeigen sie eindringlich Alltag und Überleben im Holocaust aus der Perspektive einer Frau, die unter den Auspizien der nationalsozialistischen Rassegesetze mit ihrem jüdischen Ehemann in einer "nicht privilegierten Mischehe" leben musste, was für beide Entrechtung, Enteignung und Angst vor der Deportation des Mannes bedeutete. Während die einzige Tochter nach Manila geflüchtet war, überlebte das Paar schließlich unter prekären Bedingungen bis zur Befreiung Wiens im "Mischehenghetto" im 2. Bezirk. Therese Lindenberg hatte sich dem Druck zur Scheidung nicht gebeugt und so ihren Ehemann retten können.

Die kürzlich im Böhlau Verlag Köln erschienene Edition der auch aufgrund ihrer starken Emotionalität so berührenden und einzigartigen Tagebücher stellt diese in einen historischen Kontext. Eine Einleitung zur Biografie Therese Lindenbergs und zu den Kontexten und Funktionen des Tagebuchschreibens sowie ein umfangreiches Register ergänzen den Band.

Zeit:
Dienstag,
9. 11. 2010,
18.00 Uhr


Ort:
Jüdisches Museum
Wien,
Palais Eskeles,
Dorotheerg. 11,
1010 Wien


Eintritt frei!


Veranstalter:
Jüdisches Museum
Wien,
Sammlung Frauennachlässe / Forschungsplattform "Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte" der Universität Wien,
Böhlau Verlag



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